Trauerbuch für die Verstorbenen von Königsberg 1945-1948

In Gedenken an unsere Vorfahren, die die Hölle von Königsberg nicht überlebt haben.

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Wir gedenken unserer verstorbenen Angehörigen und Freunde

 

Otto Packhäuser (* 10.04.1884 in Moditten), Konditormeister, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Hammerweg 113

Er wurde im Lager Rothenstein Ende April 1945 erschlagen. Ein Grabstein ist nicht vorhanden.

Lina Packhäuser, geb. Sauerbaum (*05.01.1886 in Neuhof, Kreis Königsberg), zuletzt wohnhaft in Königsberg, Hammerweg 113

Sie starb Mitte April 1945 vermutlich bei Gewaltmärschen -da gehbehindert -, die die russische Armee mit den verbliebenen Deutschen durchführten. Ein Grabstein ist nicht vorhanden.

Im Gedenken an meine Großeltern: Karsten Packhäuser


Hermann Wilhelm Wohnsdorf (* 19.12.1872 in Groß Langwalde, Kreis Rastenburg), Schmiede-/Maschinenmeister, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Unterhaberberg 88p

Er ist verhungert und starb am 06. Februar 1947 in Königsberg. Die Grabstätte ist ein Einzelgrab auf dem Louisenfriedhof. Ein Grabstein ist nicht vorhanden.

Im Gedenken an meinen Großvater: Manfred Wohnsdorf


Auguste Ziel, geb. Küßner (* 23.05.1875 in Stallen, Kreis Rastenburg), Plätterin, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Alters- und Invalidenheim

Sie starb am 21. März 1946 in Königsberg. Die Grabstätte ist auf dem Neuen Luisenfriedhof. Ein Grabstein ist nicht vorhanden.

Sie folgte ihrem Ehemann Michael Ziel, der im April 1945 in Königsberg umgekommen ist, geboren am 12.12.1870 in Klein Budzaw/Westpreußen, Beruf Maurerpolier.

Im Gedenken an meine Großtante (Schwester des Großvaters väterlicherseits): Ulrich Küßner


Anna Luise Kahnert, geb. Bass (* 15.04.1878 in Lewitten , Kreis Preußisch Eylau), Hausfrau, zuletzt wohnhaft in Königsberg

Bis heute schmerzt das Leid ihrer letzten Lebensjahre und ihres Todes im besetzten Königsberg.

Sie starb am 28.07.1947 in Königsberg (verhungert). Die Grabstätte ist unbekannt.

Im Gedenken an meine Großmutter: Bernd Kahnert


Hildegard Wichmann, geb. Prieß (* 1907 Königsberg), Hausfrau und Mutter, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Luisenallee 2

Sie starb am 16.11.1947 in Königsberg in der Luisenallee zusammen mit ihren 6 von 7 Kindern beim Einsturz der Ruine über der Kellerdecke des Wohnhauses, welches ihren Eltern gehörte.

Hans-Georg Wichmann (* 1932 in Mehlawischken), zuletzt wohnhaft in Königsberg

Gerda Wichmann (* 1933 in Mehlawischken), zuletzt wohnhaft in Königsberg

Martin Wichmann (* 1936 in Mehlawischken), zuletzt wohnhaft in Königsberg

Erika Wichmann (* 1939 in Liebenort), zuletzt wohnhaft in Königsberg

Christine Wichmann (* 1941 in Liebenort), zuletzt wohnhaft in Königsberg

Jürgen Wichmann (* 1943 in Liebenort), zuletzt wohnhaft in Königsberg

Die Lieben sind auf dem Friedhof der Barmherzigkeit in Königsberg beigesetzt.
 

Im Gedenken an Freunde meiner Verwandten: Manfred Wohnsdorf

Text zum Gedenken

Auszug aus der Traueranzeige des Ehemannes Willy Wichmann in einer Zeitung in Marne / Holstein - vermutlich Dithmarscher Kurier im Jahre 1947.
Am 16. November 1947 um 6.30 Uhr nahm der Herr einige Stunden vor ihrem Abtransport (nach Deutschland) - mein geliebtes Hildchen und treusorgende Mutter und meine geliebten Kinder und Geschwister

Hans-Georg im Alter von 15 Jahren,

Gerda im Alter von 14 Jahren,

Martin im Alter von 11 Jahren,

Erika im Alter von 8 Jahren,

Christine im Alter von 6 Jahren,

Jürgen im Alter von 4 Jahren

in Königsberg/Pr. durch seinen Weg zu sich. Ausgebrannte Mauern fielen über der Kellerwohnung zusammen und begruben sie unter sich.
Der Herr macht keine Fehler. Ihm sei Ehre!

Willy und Siegfried (Sohn) Wichmann, Menghusen bei Marne/Holstein und Königsberg.

Kommentar

Im Band 25 der Altpreußischen Geschlechterkunde, 1995 herausgegeben vom Selbstverlag des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen fand ich den Abdruck : ‘Ich sah Königsberg sterben’ - Aus dem Tagebuch eines Arztes von Hans Deichelmann.
Auf den Seiten 330 und 331 fand ich unter dem Sonntag 30. November 1946 (1947) u.a. folgenden Eintrag.

..... Erschütternd ist das Schicksal einer tapferen Frau, welche in einem heldenhaften Kampf sechs ihrer Kinder, zwischen fünf und sechzehn Jahren, die ganzen Jahre gesund und kräftig erhalten hatte. Sie hatte nun auch ganz plötzlich die Ausreisegenehmigung erhalten, hat in den verbliebenen wenigen Stunden bis zur Abreise noch gepackt, gewaschen und den Kindern Rucksäcke genäht. Sie wohnten in einem Ruinenkeller irgendwo auf den Hufen. Der Älteste war gerade unterwegs, als die mit schwerem Schutt beladene Kellerdecke über die Familie herabstürzte und die Mutter mit ihren fünf Kindern unter sich begrub. Ein zufällig anwesender Mann teilte das Schicksal der Verschütteten. Die Bergungsmaßnahmen der Miliz setzten erst nach Stunden ein. Sie brachte die sieben Leichen sämtlich zu uns zur Sektion. In Deutschland wartet der Mann, bis ihm sein einziger überlebender Sohn die Trauerbotschaft bringen wird......


Hans Franz Horst Stübke (* 30. Oktober 1899 in Kalthof, Kreis Königsberg), Prokurist bei den Königsberger Stadtwerken , zuletzt wohnhaft in Königsberg, Ziethenplatz 2a (Hufen)

Er verhungerte und starb am 21.10.1945 in Königsberg im Krankenhaus der Barmherzigkeit. Kein Grabstein vorhanden

Im Gedenken an meinen geliebten Vater: Rosemarie Roth, geb. Stübke.


Carl Lange (* um 1875 ? Geburtsort nicht sicher), Fabrikant, Inhaber eines Kachelgeschäftes, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Hasselstraße 1-2

Er verhungerte im Frühsommer 1945. Die Grabstätte ist unbekannt, ein Grabstein ist nicht vorhanden.

Im Gedenken an meinen Urgroßvater: Esther Susanne Knappe

Kommentar

Meine Mutter, Ursula Knappe geborene Lange, Tochter des verschollenen Ernst Lange, erzählte, dass ihre Grosseltern bis Danzig geflüchtet waren und dann fatalerweise umkehrten, zurück nach Königsberg, in der Hoffnung, man lasse sie in ihrer Wohnung zufrieden. Meine Großtante, Liesel Eisenblätter und eine Freundin der Familie, Irmgard Meitz, die noch in Königsberg verblieben waren und später nach Westdeutschland ausgewiesen wurden, bezeugten, dass das Ehepaar Lange in eine Baracke gesteckt wurde und dort verhungert ist.


Clara Lange ( * um 1875 ? Geburtsort nicht sicher), Ehefrau von Karl Lange, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Hasselstraße 1-2

Sie verhungerte im Frühsommer 1945. Die Grabstätte ist unbekannt, ein Grabstein ist nicht vorhanden.

Im Gedenken an meine Urgroßmutter: Esther Susanne Knappe

Kommentar

Meine Mutter, Ursula Knappe geborene Lange, Tochter des verschollenen Ernst Lange, erzählte, dass ihre Grosseltern bis Danzig geflüchtet waren und dann fatalerweise umkehrten, zurück nach Königsberg, in der Hoffnung, man lasse sie in ihrer Wohnung zufrieden. Meine Großtante, Liesel Eisenblätter und eine Freundin der Familie, Irmgard Meitz, die noch in Königsberg verblieben waren und später nach Westdeutschland ausgewiesen wurden, bezeugten, dass das Ehepaar Lange in eine Baracke gesteckt wurde und dort verhungert ist.


Friedrich Didszun (* 04. Dezember 1888 in Homburg v.d.H.), Gemeindediakon der Lutherkirche in Königsberg, zuletzt wohnhaft in Königsberg, Brismannstraße 3

Tod durch Verhungern (Herzwassersucht) im August oder Oktober 1945 im ? Katharinen Krankenhaus ? Grabstätte Friedhof der Lutherkirche, ein Grabstein ist nicht vorhanden

Im Gedenken an meinen Vater: Brigitte Kemme, geb. Didszun

Kommentar

Leider ist das genaue Todesdatum nicht bekannt. Meine Mutter und ich erhielten nach 2-3 Monaten eine Postkarte in russisch/deutsch. Danach hat man meinen Vater auf dem Friedhof der Lutherkirche begraben. Alles ohne Datum.


 

 

 

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